Mediterrane Runden
Viele Facetten auf kleinem Gebiet: Die beiden slowenischen Bike-Regionen Škofja Loka und Haloze erschliessen ganz unterschiedliches Terrain.

Viele Facetten auf kleinem Gebiet: Die beiden slowenischen Bike-Regionen Škofja Loka und Haloze erschliessen ganz unterschiedliches Terrain.

Über die sanften Hügel und durch die dichten Wälder westlich von Ljubljana? Oder doch mitten in die Rebberge und zu den Flüssen des östlichen Heilquellenlands? Sowohl im zentralen als auch im thermalen und pannonischen Slowenien gibt es für RadsportlerInnen einiges zu entdecken. Weit ist es in beiden Gebieten nie bis zur nächsten Kulturstadt – dennoch erstreckt sich am Wegesrand eine urwüchsige Natur, die Familien ebenso in ihren Bann zieht wie SpitzenathletInnen.
Es wird geklöppelt, es wird geschmiedet, es wird geschustert: Wenn sich schon die einheimischen HandwerkerInnen von Škofja Loka so aktiv zeigen, wollen die BikerInnen in Sachen Körpereinsatz natürlich nicht hintenanstehen. Denn rund um das UNESCO-Kulturerbe bei den Ausläufern der Julischen Alpen erstreckt sich eine Landschaft, welche sicher etwas Beinarbeit wert ist. Die Ritzel in Bewegung bringt zum Beispiel der Loka-Radweg: Er führt in dreizehn Etappen und über 390 Kilometer durch die Loka-Hügel und die Sorica-Felder. Dabei drehen sich die Speichen in einem abwechslungsreichen Gelände, in dem immer wieder Kulturdenkmäler, Gasthäuser und Berghütten zum Innehalten einladen.

Noch Saft in den Waden? In der Region rund um Škofja Loka warten weitere Strecken, auf denen man gerne in die Pedale tritt. Mehrheitlich auf Waldwegen verläuft etwa die Žiri-Radrunde, welche das hügelige Terrain westlich der Hauptstadt Ljubljana bestens erschliesst. Sportliche Gemüter nehmen dabei die ganzen 54 Kilometer unter die Räder, doch auch einzelne Abschnitte haben ihren Reiz. Geeignet für Familien sind insbesondere die Abschnitte durch die Täler Žirovnica und Račeva. Ebenfalls einen grossen Kreis beschreibt zudem der Radweg in der benachbarten Gemeinde Gorenja vas-Poljane. Insgesamt stehen hier sogar 115 Kilometer mit 3400 Höhenmetern auf dem Programm – für wunderbare Ausblicke ist unterwegs also gesorgt.
Vom Westen ganz in den Nordosten: Sloweniens älteste Stadt Ptuj liegt eingebettet zwischen Rebbergen und dem Fluss Drau. Klar, werden Gäste hier erst einmal den Stadtturm, die verschiedenen Klöster oder das römische Orpheus-Denkmal bestaunen. Zudem finden Erholungssuchende in diesem Teil des Landes eine Vielzahl an Thermen. Andererseits lädt die vom Weinbau geprägte Region mit ihren vielen Wegen aber eben auch zum ausgiebigen Biken ein. Am Drau-Ufer ist beispielsweise die Ortschaft Haloze ein idealer Ausgangspunkt für Touren zwischen Hügeln und Tälern: Alte Obstgärten, Winzer-Terroir und Waldpassagen bilden eine geeignete Kulisse für die nächsten Ausflüge.

Wer rund um Haloze auf den Sattel steigt, trifft hinter jeder Kurve auf kulturelle Highlights. Auf einem steilen Felsen über der Drau thront etwa das Schloss Borl. Das mittelalterliche Gebäude stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert und gehört zu den Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung. Auch die Pfarrkirche der Heiligen Barbara in Cirkulane bietet sich als Zwischenstation an, verfügt sie doch über einen der höchsten Glockentürme der Region. Im Westen von Haloze gesellt sich bei Ptujska Gora ein weiterer Hingucker hinzu: BikerInnen lassen ihr Gefährt dort gerne länger stehen, um mit der lokalen Basilika eine echte gotische Perle zu bestaunen. Die Kirche zählt zu den ältesten und bedeutendsten der Region, punktet aber auch mit ihrem Rebberg-Panorama.
