Euphorie in Endlosschlaufe
Hier kreist vieles, ausser den Gedanken: Das «OLM Nature Escape» im Ahrntal verbindet Ankommen, Ästhetik und Appetit zu einem geschlossenen Kreislauf, sodass sich Gäste dem öffnen, was sie rundum zufrieden macht.

Hier kreist vieles, ausser den Gedanken: Das «OLM Nature Escape» im Ahrntal verbindet Ankommen, Ästhetik und Appetit zu einem geschlossenen Kreislauf, sodass sich Gäste dem öffnen, was sie rundum zufrieden macht.

Gut, OLM ist nicht unbedingt ein Ort, an dem man dauernd am Smartphone hängt. Schliesslich will der runde Rückzugsort getreu einem seiner Leitsätze «a Place to simply be yourself» sein. Es sei denn, man möchte all das bildlich verewigen, was hier schön und überraschend ist. Und es ist wahrscheinlich, dass einen das eine oder andere begeisterte «OMG» («Oh mein Gott») über die Lippen glitscht, wenn man beispielsweise die mutige, moderne Architektur in Kreisform erkundet und seine handyfreie Hand über Materialien wie Stein oder Lärchenholz gleiten lässt. Das OLM Nature Escape, das einen Durchmesser von 110 Metern aufweist, schmiegt sich dank in der Gebäudehülle integrierten Fensterfronten sensibel an die Naturlandschaft. So lassen die üppigen Glasflächen die Grenzen zwischen Drinnen und Draussen verschwimmen. Die Kreisförmigkeit ist inspiriert von den Mühlsteinen der einstigen Mühle. Im zweigeschossigen Ringkomplex, konzipiert von «Andreas Gruber Architekten» aus Südtirol, sind 33 Apartment-Suiten untergebracht. Doch OLM versteht sich nicht etwa als «klassisches» Hotel.

Vielmehr will das vor rund zwei Jahren eröffnete Resort ein «Haus der Freiheit, ein Ort voller Empathie und Toleranz sein». Hier, zwischen Wald und Wiese, zwischen Bergspitzen und Badeteich sollen sich Menschen mit Achtsamkeit begegnen. So lässt es sich hier abtauchen vom Alltag; ein kleines bisschen wie ein wendiger Olm, ein Wassermolch, der sich in seine heimische Höhle zurückzieht und sich vor lauter Entspannung schier wirbellos fühlt. Doch der prägnante Name des Refugiums entspringt natürlich nicht dem Tierreich oder einer neuen Abkürzung aus der Chat-Sprache. OLM meint im Südtiroler Dialekt «Alm» und damit das nachhaltige, harmonische Zusammenspiel von Mensch und Natur – organisch, authentisch und autark. Letzteres gilt es in der Sanftheit doch markant herauszustreichen: Als erste Ferienanlage Südtirols und vermutlich im Alpenraum ist das Vier-Sterne-Superior-Haus OLM Nature Escape völlig energieautark dank Wasserkraft, Photovoltaik und Geothermie. Im Wissen um das CO₂-neutrale, ressourcenschonende Dasein lässt es sich frei von Gewissensbissen geniessen. Apropos «Bissen»: Auch das Kulinarik-Konzept folgt der freiheitlichen Fasson, völlig losgelöst von der traditionellen Halbpension.

Gäste buchen ein Zimmer mit Frühstück aus handverlesenen Produkten, hausgemacht oder aus lokalen Manufakturen. Abends haben sie die Wahl zwischen einem individuellen «Dine around» in der Region, der Selbstversorgung in der eigenen Suite oder aber einem kulinarischen Themenabend mit kreativem Degustationsmenü von Chef Berni Aichner. Wer dann doch das Handy zückt, um die ansehnlichen Speisen festzuhalten und mit den Daheimgebliebenen zu teilen, wird gewiss dazu tippen: «Nom, nom.» Nicht zuletzt, dass die erlesenen Produkte den Slow-Food-Richtlinien entsprechen, hat dem «OLM Nature Espace» jüngst die Auszeichnung Südtiroler «Hotel des Jahres 2026» von Gault-Millau eingebracht. OLM könnte also als Abkürzung für «Ode an lukullische Menüs» stehen. Genauso gut aber auch für «Oase für Lässigkeit und Mindfulness», weil Wasserwelten, ein 500 m2 grosser Spa-Bereich und Reisen zur inneren Ruhe genau diese Haltung begünstigen.

OLM ist ein Rondell , wo Genussmenschen Räder schlagen vor Euphorie, Fitness-Affine ihren Kreislauf im Gym in Schwung bringen und Ruhesuchende Yoga wie auch Meditation praktizieren. An diesem Kraftort ertappt man sich dabei, wie sich beim Aussprechen vom «Om» ein leises, aber liebliches «l» dazwischen kuschelt … «Olm».
Zuhause, wenn man versonnen durch die Schnappschüsse scrollt, macht sich ein Gefühl breit: FOMO. Seit der Auszeit im Pustertaler Eco-Hotel ist damit nicht mehr die Angst gemeint, «etwas zu verpassen», sondern: «Fear of Missing OLM». Was dann zu tun ist? BRB – be right back.
