Nein, es ist bei Weitem nicht die erste Küchen-Kooperation im Vallée de Joux: Im Hotel des Horlogers in Le Brassus ist der Ansatz des Teilens Programm, gehört diese Philosophie doch zum Gastro-Alltag der lokalen Gastronomen. Nach einem «Vierhand»-Menü und einem mehrgängigen Jagdmenü der vergangenen Jahre legt der Betrieb in diesem Dezember allerdings noch einen drauf: Gleich ein Quartett von Küchenchefs gibt sich diesmal die kulinarische Klinke in die Hand – es sind berühmte Handschriften, die in der zugehörigen Brasserie Le Gogant ihre geschmackvollen Spuren am Gaumen hinterlassen.

Sterne-Meister und Jung-Talent

Die «Horlogers»-Restaurants stehen unter Leitung des mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Küchenchefs Emmanuel Renaut. Für den 10. Dezember hat er sich nun illustre Verstärkung gesucht: An seiner Seite kochen wird nämlich zum einen Gastkoch Edouard Loubet. Der französische Zwei-Sterne-Meister amtet auch als Buchautor und Kursleiter und wurde 2011 von Gault-Millau zum Koch des Jahres gekürt. Zum anderen greift das Jung-Talent Ecem Karakuş zu den Töpfen: Die ambitionierte Köchin stammt aus Istanbul, hat sich ihre Sporen aber schon in Sterne-Restaurants in San Francisco und Bangkok verdient. Als vierter im Bunde wird Alessandro Cannata für das Wohl der Gäste sorgen; der Chefkoch im Hotel des Horlogers setzt sein Know-how und seine Verbundenheit mit der Bergküche ebenfalls gekonnt ein.

Fasan oder Forelle?

Bereit für den Reigen der acht Hände? Los geht es im Boutique-Betrieb mit avantgardistischer Architektur mit dem Aperitif «Au dehors des Montagnes», gefolgt von einer Pilz-Tarte mit Bergkäse. Eine Fasanenpastete bildet den dritten Gang, bevor getrüffelte Gnocchi in die Pfanne kommen. Mittlerweile sind die Gäste bei den Hauptgängen angekommen, wobei Forellenfilet mit Beurre blanc und Kalbshaxe auf dem Programm stehen. Weichkäse aus dem Vallée de Joux und ein «sanftes Finale» runden die Menüfolge ab. Übrigens: Wer den Anlass verpasst hat, kann dieses Menü auch ohne das Koch-Quartett geniessen: Es steht nämlich anschliessend noch eine Woche auf der Speisekarte der Brasserie Le Gogant.