Beat Moser, Sie sind seit Jahrzehnten einer der freiwilligen Helfer, die den Furka-Dampfbahn-Betrieb überhaupt ermöglichen. Wie sind Sie auf den Nostalgie-Zug «aufgesprungen»?

Es begann mit der Ausstellung zur Eröffnung des Furka-Basistunnels im Oktober 1982 an den Eisenbahn-Modellbautagen im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Damals arbeitete ich als Leiter Reisedienst und Werbung bei der Furka-Oberalp-Bahn (FO). Ich betreute dort den Stand am ausgestellten Benzin-Triebwagen. Nebenan stellten spätere Gründungsmitglieder des Vereins Furka-Bergstrecke (VFB) ihre Spendenaktion «Rettet die Furka-Bergstrecke» vor, was für kontroverse Diskussionen sorgte.

Waren Sie von Beginn weg fasziniert oder erst später «auf den zweiten Blick»?

Anfänglich galten die Pioniere des Wiederaufbaus der Bergstrecke als «Furka-Spinner». Als FO-Mitarbeitende hatten wir damals wenig Kontakt mit ihnen. Auch die Rückholung von ehemaligen Furka-Dampfloks aus Vietnam schien kaum realisierbar. Als jedoch die Aktion «Back to Switzerland» im Jahr 1990 tatsächlich stattfand und mehrere Zahnrad-Loks hier ankamen, waren wir positiv überrascht. Das logistische Meisterstück sorgte international für Schlagzeilen. Dadurch sind das Interesse und die Bereitschaft zum Spenden und Mitarbeiten gewachsen. Bereits zwei Jahre später wurde der erste Streckenabschnitt von Realp nach Tiefenbach wiedereröffnet – der Durchbruch: Die Furka-Bergstrecke war gerettet!

Sie sind ja quasi der «Hausfotograf»: Warum engagieren Sie sich für die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB)?

Ab 1992 war ich als selbständiger Eisenbahnjournalist und als Organisator von Gruppenreisen bei Schweizer Bahnen tätig, was auch entsprechende Reisebegleitungen umfasste. Im Vorfeld der Wiedereröffnung der Strecke Furka–Gletsch erhielt ich die Anfrage, bei der Furka-Dampfbahn mitzuarbeiten. Seit 1998 engagiere ich mich im Marketing-Team, insbesondere für Werbeproduktionen, Veranstaltungen, Fotografie und die Pflege des Bildarchivs mit tausenden Aufnahmen.

Der Dampfzug hält in Gletsch unterhalb des Rhonegletschers (2011). © Beat Moser, 2011

Sie haben die Züge schon unzählige Male fotografiert. Haben Sie Lieblingsmotive?

Ich habe inzwischen fast alles Interessante fotografiert. Künftig konzentriere ich mich auf Reisende und Dampfbahn, Gastronomie, Freiwilligenarbeit sowie auf das DFB-Bildarchiv. Ich liebe die Vielfalt von Eindrücken während einer Dampfbahnfahrt. Unsere internationalen Fahrgäste bewundern die einmalige Kombination von hochalpiner Landschaft und historischer Eisenbahntechnik, die vor über 100 Jahren in unserem Land konstruiert und weltweit eingesetzt wurde.

Die Furka-Oberalp-Bahn feierte das 100-Jahr-Jubiläum. Ruft dies Anekdoten in Erinnerung?

Während der Alpsaison werden am Furkapass Milchkühe und Rinder gesömmert. Im Juli halten sie noch respektvollen Abstand zu den Dampfloks, später stehen sie gelegentlich auf den Schienen und lassen sich auch mit Pfiffen nicht vertreiben – dann muss der Zug anhalten und der Heizer das Vieh zum Vergnügen der Reisenden selbst von den Gleisen wegjagen. Auch Schneefälle im Sommer sind auf über 2000 Meter Höhe keine Seltenheit; bis zu 20 cm Schnee können die Dampfloks mit ihren Schienenräumern bewältigen. Bei garstigem Wetter nutzen die Tiere das Gleis als Pfad zu ihren Ställen.

Wie oft sind Sie die Bergstrecke schon gefahren? Verleidet es Ihnen denn nie?

Fast hundert Mal bin ich als Fotograf, Reiseleiter und Passagier bereits mit der DFB gefahren und habe entlang der Strecke zahlreiche Wanderungen unternommen. Die unberührte Natur mit ihrer Blütenpracht sowie die Alpenlandschaft mit Kühen, Ziegen, Schafen und Murmeltieren beeindrucken mich. Ebenso faszinieren mich die Reisenden jeden Alters, die von den Erlebnisfahrten an der Furka durchweg begeistert sind.


Zur Person: Beat Moser (geb. 1958 in Sursee, Luzern) ist ein Chronist mit Kamera: Seit Jahrzehnten engagiert sich der Eisenbahner, Reiseleiter, Bahnjournalist und -fotograf ehrenamtlich für die Furka-Dampfbahn, vornehmlich hinter der Linse und im Archiv.