Design macht den Hof
Geradlinig, funktional und lichtdurchflutet: Diese fünf Südtiroler Bauernbetriebe zeigen, wie sich moderne Architektur und gemütliches Ambiente verbinden lassen.

Geradlinig, funktional und lichtdurchflutet: Diese fünf Südtiroler Bauernbetriebe zeigen, wie sich moderne Architektur und gemütliches Ambiente verbinden lassen.

«Ferien auf dem Bauernhof» – das klingt nostalgisch, ursprünglich und traditionell. Schon erscheint vor dem inneren Auge das altbekannte Haus mit Stall und Scheune, mit der guten Stube, in der sich die Familie seit jeher am warmen Ofen versammelt. Und tatsächlich gibt es sie ja auch noch, die jahrhundertealten Betriebe, wo sich scheinbar nichts geändert hat. Doch gerade in Südtirol treffen Gäste heute auch auf überraschende Architektur und modernes Design. Die folgenden fünf Betriebe mit dem «Roter Hahn»-Gütesiegel setzen auf Neubauten mit luftigen Arealen und grossen Glasflächen. Dennoch sind diese Konstruktionen in die umliegende Landschaft eingebettet und schaffen dank Naturmaterialien ein heimeliges Wohngefühl.
Dieser neu erbaute Bauernhof mit vier Ferienwohnungen und einem Doppelzimmer punktet nicht nur mit Dolomitenblick, sondern auch mit aussergewöhnlichem Exterieur. Stilistisch fallen beim Wohngebäude sowie beim Stalltrakt sofort die vielen vertikalen Holzstreben vor den Fassaden ins Auge, welche den Boden bzw. die Balkone elegant mit dem Dach verbinden. Modern und nachhaltig zeigt sich der Betrieb ausserdem bei der Energiegewinnung – zu einer Hackschnitzelanlage zum Heizen gesellen sich im Hintergrund Photovoltaik und Wasserkraft.
In Kaltern an der Weinstrasse verfolgt Gastgeber Michael Sinn ebenfalls einen modernen Ansatz. Auf dem 2017 erbauten Hof finden Familien und Paare Unterkünfte, die hell und doch gemütlich konzipiert worden sind. Hier die überdachte Loggia, dort die grossen Panoramafenster und die Terrasse mit weiter Sicht. Ebenfalls zu den Highlights gehören der mit Sonnenkollektoren beheizte Salzwasserpool und der Whirlpool mit seinen 37 Grad – hier tanken BesucherInnen rasch neue Energie für den nächsten Ausflug rund ums malerische Weindorf Kaltern.

Auch bei diesem Komplex in Mals weiss man nicht, ob man nun erst die Aussicht aufs Ortlergebirge oder das moderne Haus mit seiner ästhetischen Formensprache bewundern sollte. Die kubistisch inspirierte und nach Südwesten ausgerichtete Fassade aus Holz und Stein fügt sich jedenfalls perfekt in die Umgebung ein. Im Inneren setzt sich das Wohnkonzept mit bodentiefen Fenstern und Möbeln aus geöltem Lärchenholz fort. Diese klaren, schlichten Linien wirken leicht und unaufdringlich, machen das Ferienerlebnis aber dennoch aussergewöhnlich.
Das ruhige Etschtal und der moderne Architekturstil, das passt zueinander. So setzen Christian und Gaby Thurner in Terlan/Vilpian zwar die Obstbautradition ihrer Grosseltern fort. Die einfachen Übernachtungsmöglichkeiten sind 2019 jedoch zeitgemässen Ferienwohnungen für zwei bis sieben Personen gewichen. Nur eine Gehminute vom Dorfzentrum entfernt treffen Gäste heute auf Massivholzböden und Zirbelholzduft, auf nach Süden ausgerichtete Unterkünfte und eine Bodenheizung, die sich im Sommer auch zur Kühlung der Räume einsetzen lässt.

Ahrntal/St. Johann lautet die letzte Station auf der architektonischen Rundreise. Hier liegt mit dem eigenwilligen Koasa-Hof ein Betrieb, der sich als Ferienhaus, Hostel und Unterkunft mit Gästezimmern gleichermassen eignet. Kreativ und durchdacht präsentiert sich der spezielle Bau aus Stein, Holz und Beton. Da bei diesem Design vieles auf regen Austausch ausgelegt ist, hat jedes Zimmer für zwei bis sechs Personen Zugang zur Gemeinschaftsküche und zur grossen Stube, und auch ein kleiner Spa-Bereich steht auf dem Koasa-Hof zur Verfügung.
