Im Kleinen ganz gross
Ein Herbstwochenende in Baden, wo Thermalwasser, Kultur und Kulinarik auf kurzen Wegen erlebbar werden.

Ein Herbstwochenende in Baden, wo Thermalwasser, Kultur und Kulinarik auf kurzen Wegen erlebbar werden.

Eine gute Städtereise ist wie ein Blick durchs Mikroskop: Im grossen Massstab ist noch nicht viel zu sehen, auf kleinstem Raum wird dagegen plötzlich pralles Leben sichtbar. Und wo wird dieser Vergleich Realität? In einer Destination, die gleichzeitig überschaubar genug ist für erholsame Stunden und vielseitig genug für bewegende Momente. In einem Reiseziel wie Baden, einem Ort, in dem man sich gerne wohlig treiben lässt und der im September dennoch eine aufregende Kultursaison einläutet: Zeit für ein Wochenende zwischen Achtsamkeit, Premieren und Genuss.

Jede Kulturstadt hat Charakter – die Frage ist nur, ob es ein guter ist. Im Falle des kleinen und feinen Badens ist das «Ja» reine Formsache. Denn wenn die Tage kürzer und die Abende kühler werden, verweilen Gäste noch so gerne länger vor den Bühnen und in den Ausstellungen vor Ort. Und klar verfügt die Destination zum Beispiel mit dem Kurtheater Baden oder dem Historischen Museum Baden über grössere Institutionen mit internationaler Strahlkraft. Daneben fesselt auch das renommierte Museum Langmatt die Aufmerksamkeit mit Premieren: Seit dem 20. September sind in der ehemaligen Jugendstilvilla die «Schlafenden Geschichten» von Emmanuelle Castellan zu sehen. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung in der Schweiz der in Berlin lebenden Künstlerin. Die Malerei der gebürtigen Französin pendelt dabei traumwandlerisch zwischen Figuration und Abstraktion.

Durchlässig, fein, fern von Alltagslärm und rasender Geschwindigkeit: Das beschreibt nicht nur perfekt Castellans Kunst, sondern auch das Badener Wasser in all seinen Variationen. Nach dem Museumsbesuch gilt die Achtsamkeit der BesucherInnen darum ganz den Thermen, Becken und Uferpassagen der Destination. Und wiederum kommen Gäste nicht nur in den weitläufigen Spa-Bereichen zur Ruhe, wie sie die Wellness-Therme FORTYSEVEN oder der Limmathof Baden bieten. An der herbstlichen Limmatpromenade ist dieser Tage beispielsweise ein kleiner, mit Holzofen beheizter Saunawagen «Saunaare» zu finden. Wenige Minuten vom Bahnhof entfernt, wird der nächste Aufguss so mit dem Ausblick in die Herbstnatur und auf die Limmat kombiniert.
Für sphärische Erlebnisse in intimem Rahmen sorgt nur wenige Schritte weiter das Inhalatorium im «Bad zum Raben»: Die Klanginstallation «Kurwassermusik» setzt ab dem 24. Oktober drei Aquarien mit Sensoren und Schallwandlern akustisch und interaktiv in Szene. Nomen est omen: Hinter der Aktion steckt die deutsche Gruppe «Wellenbad».

Wer braucht da noch riesige Einkaufszentren und bekannte Gastro-Ketten? Ausgeruht und aufgeweckt peilen die Reisenden nun neue, spannende Kulinarik-Adressen in der Badener Altstadt an. Zum Beispiel die neue Pizza-Bar Romero: Zu den Spezialitäten des Hauses zählt eine bis zu einem Meter lange Pizza zum Teilen. Mediterrane Leichtigkeit und Geselligkeit sind damit garantiert – und dass sich der Horizont beim Schlemmen in der «Weiten Gasse» öffnet, versteht sich von selbst. Der nächste Stopp gilt dem neuen «Carota Organic Store», der erst Ende August eingeweiht wurde. Der Bio-Treffpunkt im Stadtzentrum umfasst einen Supermarkt und ein Bistro. Die Genossenschaft dahinter lanciert neben gesundem Essen aber auch immer wieder Veranstaltungen. Als dritte Kulinarik-Station kehren Gäste dann noch in der ebenfalls 2026 eröffneten «hallo halle» ein. Die Marktatmosphäre mit unterschiedlichen Foodständen und einer zentralen Bar bildet das urbane Leben in Baden einmal mehr perfekt ab. Vielfalt auf kleinem Raum?
Wo alles nah beieinander liegt, steht einem weiteren Besuch jedenfalls nichts im Weg – und das ohne Muskelkater.
