Gleich beim Betreten des Hauses ahnt man, dass man sich hier wohlfühlen wird. Wenige Schritte weiter Richtung Panoramaterrasse, ist man sich dessen sicher: Die Aussicht ist atemberaubend, der Blick schweift in die Ferne, über Apfelgärten, die Stadt Meran und das gleichnamige Tal mit dem silbrig schimmernden Fluss Etsch, um bei der markanten Form des 1866 m hohen Gantkofels hängenzubleiben. «Er ist mein Berg», sagt Julia Spögler, die dieses Jahr die Leitung des Wellnesshotels Patrizia von ihrem Vater Florian übernommen hat. «Wenn ich den Berg sehe, bin ich zu Hause.»

Alles begann 1972

Vor 53 Jahren legte das Ehepaar Johanna und Franz Spögler den Grundstein für das Hotel, das in Erinnerung an die frühverstorbene Tochter, Patrizia, benannt wurde. Obwohl sie das Hotel nie selbst geführt haben – sie war Kinderärztin, er Politiker und später im Bankenwesen tätig – blieb das Patrizia eine Herzensangelegenheit, ein schöner Ort der Erinnerung. 1984, im jungen Alter von 18 Jahren, übernahm Sohn Florian das Patrizia, das er zu dem machte, was es heute ist: «Ein stilvolles Hideaway, das mediterrane Leichtigkeit mit Südtiroler Charme verbindet.» Unter seiner Führung wurden sowohl das Hotel als auch das Wellness- und Beauty-Angebot erweitert, der schöne mediterrane Garten angelegt. Dank dem günstigen Klima gedeihen hier Palmen und Olivenbäume, Zypressen wachsen in den Himmel, Hortensien, Oleander und Rosen blühen um die Wette.

Generationenwechsel: Julia Spögler mit ihrem Vater Florian. © Hotel Patrizia

Vor fünf Jahren ist Julia Spögler im Hotelbetrieb eingestiegen, heuer hat sie die Führung zusammen mit Annegreth Taschler übernommen. Mit Vater Florian wird immer noch eng zusammengearbeitet, er kümmert sich auch weiterhin um den Garten – eines seiner Steckenpferde. «Ich frage meinen Vater, entscheiden tue ich selbst», sagt die 28-Jährige und lacht verschmitzt. Beim Umbau der herrlichen Panoramaterrasse mit Blick auf das Meraner Tal, übernahm Julia Spögler die Innengestaltung: Sandfarbene Töne, schöne Vorhänge, edle Materialien, viel Holz. Kleine Rosmarinsträucher auf den Tischen und grosse Olivenbäume unterstreichen das mediterrane Ambiente.

Wechselnde Gourmetmenüs

An rund 220 Tagen im Jahr können die Gäste hier draussen an der frischen Luft frühstücken, an 120 Tagen sogar ihr Abendessen einnehmen: Genuss pur von den ersten Sonnenstrahlen bis spätabends. Bei kühlerem Wetter werden die versenkbaren Glasscheiben hochgefahren, die Gleitmarkisen geschlossen. Nichts mehr steht dann den exquisiten Kreationen von Küchenchef Nicola Forgione im Wege. Der Italiener aus Kampanien lebt seit 2010 im Südtirol, seit 15 Monaten führt er die Küchenbrigade im Patrizia. Er schätzt die Ruhe und die gute Bergluft genauso wie die Frische der Produkte und die Nähe zu den Bauern. Seine Küche bewegt sich zwischen jener Südtirols und Italiens. «Da buon italiano amo la pasta in tutte le sue variazioni» – als «guter» Italiener liebe er Pasta in alle Variationen.

Exquisiten Kreation von Küchenchef Nicola Forgione © Hotel Patrizia

Den Abend leitet man gerne mit einem Patrizia-Spritz ein – Prosecco, Thymian-Zitronen- Sirup, Pampelmuse –, gefolgt von einem schönen Lagrein, einer der berühmten heimischen roten Rebsorten. Zum Abschluss bietet sich eine Grappa an. Übrigens, der «Gewürztraminer Riserva» der Südtiroler Traditionsbrennerei Roner aus Tramin wurde bei den «World Drinks Awards» 2025 in London zur besten Grappa der Welt gekürt. Wer eher auf Whisky steht, der wird an der Bar fündig: Es stehen über 30 Sorten zur Auswahl.

«Das Patrizia ist ein Ort, wo auch der Genuss zelebriert wird», sagt Julia Spögler. «Wir bieten unseren Gästen täglich wechselnde Gourmetmenüssowie viele hausgemachte Spezialitäten.» Dienstags gibt es ein Dessertbuffet, donnerstags ein kaltes Vorspeisenbuffet, sonntags von 18.30 bis 19.00 Uhr ein Sonntagsaperitif an der Bar oder im Garten, Getränke und Fingerfood inklusive. Unter der Woche werden zum Aperitif in der gemütlichen Bar zum Drink Fleischdelikatessen gereicht, aufgeschnitten mit der Berkel-Maschine.

Whirlpool auf dem Dach

Im Wellnesshotel Patrizia, leicht oberhalb des Zentrums von Dorf Tirol, stehen den Gästen 42 stilvoll eingerichtete Zimmer und Suiten mit Balkon oder Terrasse zur Verfügung. Warme Töne, Naturmaterialien und hochwertige Stoffe zeichnen nicht nur die Panoramaterrasse aus, sie finden sich im ganzen Haus wieder. «In den letzten Jahren durfte ich das Hotel auch gestalterisch mitprägen, worin ich sehr viel Freude finde», sagt Julia Spögler.

Mediterranes Flair auf der Panoramaterrasse. © Daniel Zangerl

Ein Anziehungspunkt im Wellnesshotel sind zweifelsohne die beiden Pools: Der Innenpool mit seinem 10 mal 10 Meter grossen Becken und den Panoramafenstern, der Aussenpool mit 20 mal 5 Metern und einer Wassertemperatur von 31 °C im Frühling und Herbst. Zwei Whirlpools runden das Wasserangebot ab, wobei der eine einen besonders schönen Platz bekommen hat: Auf der Dachterrasse mit Rundumsicht auf das herrliche Meraner Land. Hier, auf dieser beeindruckenden Terrasse, bietet Daniela bei schönem Wetter Rücken-Qi-Gong und Yoga an. Es gibt fast nichts Schöneres, als den Morgen in so einer friedlichen Umgebung zu starten, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Haut schmeicheln, die Vögel zwitschern und der Dunst im Tal sich langsam auflöst. Daniela, Yogalehrerin und Beckenboden-Wirbelsäulen-Trainerin, unterstreicht mit ihrer sanften Stimme die Magie des Ortes.

Im vierten Obergeschoss, Cloud 7 genannt, befinden sich die Bio- und die Dampfsauna sowie die finnische Sauna. Letztere bildet mit grossen Fenstern das Herzstück des Spa-Bereichs, gefolgt vom Panorama-Ruheraum mit Wohlfühlbetten, kleinen Leselampen und schönen Designelementen. «Füsse hochlegen, Augen schliessen und Gedanken schweifen lassen», so das Motto des Hauses, das auch dieses Jahr unter anderem mit dem Gold Award 2025 von HolidayCheck ausgezeichnet wurde.

Was in einem Wellnesshotel natürlich nicht fehlen darf, sind Beauty-Behandlungen, Massagen und verschiedene Trainingsarten. Hier kann das Patrizia mit einer grossen Palette an Angeboten aufwarten. Am besten schnürt man ein massgeschneidertes Wohlfühl-Paket, oder man probiert Neues aus, wie etwa die traditionelle, jahrtausendealte japanische Gesichtsmassage «Kobido» oder die «Gesichtsbehandlung für Bärtige», speziell für Herren.

Julia Spögler, die eigentlich nie ins Hotelgeschäft einsteigen wollte und heute grosse Freude an der Arbeit findet, möchte das Haus, das bereits für Qualität, Stil und Gastfreundschaft steht, mit noch mehr Persönlichkeit und Emotionalität füllen. «Und dabei mir und meiner Vision treu bleiben: Elegant, mit Haltung, ohne Kitsch, – aber immer mit Herz».

Harmonisches Ambiente: elegante Zimmer in Naturtönen. © Daniel Zangerl

Rund um die Oase

Sollte man noch Lust verspüren, diese Oase zu verlassen, locken zahlreiche Wanderungen und Bike-Touren – E-Bikes lassen sich auch im Hotel mieten, Rucksäcke stehen in den Zimmern zur Verfügung. Die nahe gelegen Hochmuth Seilbahn bringt die Gäste von 650 m auf luftige 1400 m Höhe, ein Sessellift hingegen hinunter in die quirlige Shopping-Stadt Meran mit schönen Arkaden und bezaubernder Kurpromenade an der Etsch. Für Blumenliebhaber bieten sich die Gärten von Schloss Trauttmansdorff an, die 2013 die Auszeichnung «Internationaler Garten des Jahres» erhielten.

www.hotel-patrizia.it
www.suedtirol.info