Zwei Weisskopfsakis im Freigehege

Auf Initiative der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) nimmt das Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne zwei Weisskopfsakis auf. Im Rahmen des europäischen Programms für gefährdete Arten werden sich die Tiere im grossen tropischen Gewächshaus frei bewegen können. Eine Umzäunung zwischen Publikum und den Primaten gibt es nicht; was einzigartig ist in der Schweiz.

Als grosser Höhepunkt und gleichzeitig als „Schlussbouquet“ des Rundgangs durch das Aquarium-Vivarium besticht das tropische Gewächshaus durch seine Grösse (533m2), seine Vielfalt der Flora und Fauna und durch seine Becken, in denen zahlreiche Amazonasfische beheimatet sind. Besucher tauchen hier ein in die einzigartige Atmosphäre des Amazonasgebiets. Aquatis ist bereits seit Herbst 2017 für das Publikum offen, doch schon in der Bauphase erkannten EAZA-Biologen, dass sich das tropische Gewächshaus mit seinen regenwaldähnlichen Bedingungen als perfekter Zufluchtsort auch für vom Aussterben bedrohte Tiere eignet.

Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten der Spezialisten, die nun mit dem Einzug der Weisskopfsakis „Frederick“ und „Nieves“ aus dem Birmingham Wildlife Conservation Park respektive der Fundación Zoo de Santillana ihren Abschluss finden. Aquatis bietet dem Paar optimale Bedingungen, um dessen Fortpflanzung im Sinne des Artenschutzes zu fördern. Die beiden neuen Bewohner können sich im tropischen Gewächshaus frei bewegen, das ist eine Schweizer Premiere – und eine besondere Attraktion für die Aquatis-Besucherinnen und -Besucher. Der Weisskopfsaki (Pithecia Pithecia) stammte ursprünglich aus dem Amazonaswald in Französisch-Guayana; er gilt als ruhig und scheu. Dank seinen Charaktereigenschaften entwickeln sich die Affen in einer Umgebung mit Menschen problemlos.

Mit den beiden Primaten nimmt Aquatis bereits zum vierten Mal an einem Schutzprogramm teil. Das Aquarium-Vivarium ist damit eine der 24 europäischen Institutionen, die im Rahmen des Europäischen Programms für gefährdete Arten 2019/2020 für die Reproduktion der Sakis verantwortlich zeichnen. Mit diesem Engagement möchte das Aquatis-Team die Lausanner Institution verstärkt noch als „Arche Noah der Neuzeit“ verankern.

 

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